Aktuelles
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Am Mittwoch 21. Oktober um 19 hält Prof. Dr. emeritus Michael Theobald aus Tübingen im Refektorium im Prediger (Schwäbisch Gmünd) einen Vortrag:
Nach katholischer Lehre führt sich die Kirche über ihr Bischofskollegium auf die zwölf Apostel zurück, von Jesus zur Leitung seiner Kirche eingesetzt. Damit steht für alle Zeiten fest: Die Nachfolger der Apostel und die von ihnen "Geweihten" können nur Männer sein. Und: Wer beim Eucharistischen Mahl die "Wandlungsworte" spricht, kann nur männlichen Geschlechts sein. Die Praxis der frühen Kirche verrät jedoch eine andere Sicht.
In seinem Vortrag zeigt Prof. Theobald auf, wie fragwürdig dieses Konzept der apostolischen Nachfolge ist. Ebenso hinterfragt er das damit zusammenhängende priesterzentrierte Verständnis der Eucharistie.
Veranstaltet wird dieser Abend von Maria 2.0, Aktionsgruppe Schwäbisch Gmünd und der Stabsstelle für Chancengleichheit Schwäbisch Gmünd

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- Geschrieben von: Michael Hohler
Aktion zur Regionalkonferenz mit Bischof Klaus Krämer am 10. Juli 2026 im Münster in Schwäbisch Gmünd

Unstrittig ist beim aktuellen Stand und der voraussehbaren Entwicklung der pastoralen und finanziellen Ressourcen unserer Diözese, dass auch Strukturreformen notwendig sind.
Uns ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Einrichtung von Großpfarreien, wie sie der Diözesanrat beraten und der Bischof beschlossen haben, in diesem Umfang nicht notwendig wären, wenn unsere Forderungen nach Öffnung aller Weiheämter für Frauen und Abschaffung des Pflichtzölibats (siehe Thesen vom Maria 2.0) umgesetzt würden. Auch in neuen Gemeindestrukturen brauchen wir Priesterinnen. Wir sehen in der geplanten Strukturreform auch den Versuch, die Ungleichberechtigung von Frauen aufrecht erhalten zu können, weil ja alle Pfarrstellen weiterhin mit Männern besetzt werden können.
Somit dient die beschlossene Strukturreform unserer Ansicht nach nicht zuletzt dem Erhalt klerikaler Macht, da die Größe der neuen Gemeinden so gewählt wurde, dass auch mittelfristig immer ein geweihter Mann als Pfarrer zur Verfügung steht, bei dem die Letztverantwortung liegt. Frauen (wie alle sogenannte Laien) bleiben auch in Zukunft, selbst wenn sie Leitungsämter innehaben, von priesterlichem "Segen" abhängig.
Dies haben wir demonstrierend den Teilnehmenden der Regionalkonferenz mit auf den Weg gegeben.


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Eine Gruppe von uns besuchte im August die Ausstellung "wish you were queer“ im Museum im Prediger. Dort wird noch bis zum 26.10. LSBTI* (Lesben, Schwule, Bisexuelle, trans, inter und weitere) in der Kunst sichtbar gemacht. Dabei fanden sich viele Querverweise zur Kirche und deren Geschichte: Von der Hexenverfolgung, die besonders auch lesbische Frauen verfolgte (weil sie öfters zu gesellschaftlichen Außenseiterinnen gemacht wurden und sich nicht einem Ehemann unterwerfen wollten), über eine "Volksheilige“ Wilgefortis als gekreuzigte Frau mit Bart bis zum Heiligen Sebastian als Symbol der Schwulen.
Von den dunkelsten Kapiteln der Hexenverbrennung ist man in der katholischen Kirche zum Glück schon weit entfernt, aber dennoch werden weiterhin Menschen wegen ihrer Sexualitätund ihrer Identität in der Kirche nicht voll akzeptiert. Darauf möchte die Bewegung Maria 2.0 mit zwei ihrer Thesen auch aufmerksam machen:
1. #gerecht: In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. (...)
4. #bunt: Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild (...)
Hoffnung war in der Ausstellung dabei zu sehen, dass in den letzten Jahrzehnten Fortschritte zu mehr Akzeptanz gemacht wurden. Nach der Abschaffung der strafrechtlichen Verfolgung von Homosexualität Ende der 60iger Jahren kam es zu immer mehr sichtbarer Repräsentanz in Kunst und Medien. Dennoch gibt es noch einen weiten Weg, bis Menschen nicht mehr verfolgt werden, weil sie LSBTI* sind. In Schwäbisch Gmünd setzt sich eine Gruppe für die Rechte von Geflüchteten ein, die in ihren Heimatländer sogar die Todesstrafe aufgrund ihrer sexuellen Orientierung befürchten. Gerade auch in diesen Ländern wäre eine Stimme der katholischen Kirche wichtig, die sich für die Menschenwürde aller einsetzt. 
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- Geschrieben von: Martin Jeschke
An vielen Orten machen sich in diesen Wochen Pilger:innen von allen deutschlandweiten Maria 2.0 Gruppen unter dem Leitwort #hoffen geht miteinander auf den Weg.
Die Gmünder Gruppe pilgerte als Teil dieser Gemeinschaft am 29. Juni um den Stuifen. Sie befassten sich in 4 Stationen mit dem Psalm 71, der von der Hoffnung auf Gott singt. Sie verheißt Gerechtigkeit und Befreiung: für uns persönlich, für unsere Kirche, für unsere Welt. Uns vereint die Sehnsucht nach Glauben, Hoffnung und Begegnung.


Wir werden weiter hoffen und in Bewegung bleiben. Auch in und für unsere Kirche, von der wir ein Teil sind. Wir werden nicht lockerlassen, immer wieder eine Kirche zu träumen und - bestärkt durch Gottes Wort- Gerechtigkeit und volle Würde für Frauen einzufordern.
Als Maria2.0 Bewegung hoffen und gehen wir weiter.
Dazu segne uns Gott
die Lebendige, der Sohn unser Bruder und die Heilige Geistkraft.
Amen
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„Ich werde nicht da sein“. Unter diesem Motto hat die „Women’s Ordination Conference“ (WOC) zusammen mit Partnerorganisationen aus vielen Ländern der Erde alle katholischen Frauen weltweit in der Fastenzeit 2025 zum „Catholic Women Strike“, also einem internationalen Kirchenstreik aufgerufen.
Am 09. März versammelten sich ca. 40 Personen rund um den Aufruf unserer Maria2.0-Gruppe um sich solidarisch mit der weltweiten Aktion zu zeigen. Gemeinsam haben wir gesungen, gebetet und unsere Anliegen vorgetragen.

Die katholische Kirche wird getragen von Ehrenamtlichen, die Gottesdienste halten, die Erstkommunionkinder begleiten, in Kirchengemeinderäten aktiv sind, Essen fürs Gemeindefest zubereiten, u.s.w… Dabei sind ca. 70% dieser engagierten Ehrenamtlichen in Deutschlands Kirchengemeinden Frauen. Dennoch bleibt Ihnen der Zugang zu Weiheämtern von der Kirche verschlossen.
Die römisch-katholische Kirche hat mit den Frauen, die zum ordinierten Amt berufen wurden und denen ihre Berufung verweigert wurde, einen unschätzbaren Schatz verloren. Wir haben Generationen von Frauen verloren, die mit dem Schmerz lebten und starben, dass sie dem Ruf Gottes an sie nicht Folge leisten durften.
Trotz aller Widrigkeiten sind Frauen immer noch der Lebensnerv der Kirche. Sie leiten und koordinieren die überwiegende Mehrheit der Gemeindedienste auf der ganzen Welt und dienen als Diakoninnen, Katechetinnen, Gemeinde- und Pastoralreferentinnen an Orten, an denen es nur wenige Priester gibt. Ohne ihren Dienst würde lebenswichtige Arbeit unterbleiben und die Kirchenbänke wären leer. Trotzdem werden Frauen nach wie vor von Entscheidungs- und Leitungsfunktionen ausgeschlossen.
Deshalb wollen sie mit ihrem weltweiten Streik Ihrer Kirche bewusst machen: Ohne Frauen funktioniert in dieser Kirche nichts! Wenn Frauen bereits die Lücken des Priestermangels auffüllen und Gottesdienste halten, Kirchengemeinden organisieren und Kinder taufen, dann ist es völlig unverständlich, dass sie nicht auch zu Priesterinnen geweiht werden.
Schon in ihrem Gründungsjahr 2019 hat Maria 2.0 in Deutschland einen Frauenstreik ausgerufen und durchgeführt. Im Jahr 2021 haben wir mit dem Anschlag unserer Thesen an vielen Kirchentüren Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Teilung von Macht und Verantwortung, Aufklärung und Bekämpfung von Missbrauch, Wertschätzung selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft, Abschaffung des Pflichtzölibats und Orientierung an der Botschaft Jesu eingefordert.
So wie Streik und Thesenanschlag damals, noch vor Beginn des synodalen Weges, ist jetzt auch dieser internationale Streik ein Zeichen. Ein Zeichen, dass es ohne Frauen nicht geht. Ein Zeichen, dass wir und mit uns unzählige katholische Frauen auf der ganzen Welt nicht länger bereit sind, Diskriminierung und Ungerechtigkeit hinzunehmen. Wir wollen nicht mehr warten, bis ordinierte Männer entscheiden, dass die Zeit reif ist. Wir sind lebendiger Teil der Kirche! Wir gestalten die Zukunft der Kirche mit! Und diese Zukunft ist geschlechtergerecht, demokratisch und offen für alle, die sich berufen fühlen, zu dienen und zu leiten.
Das Manuskript der Redebeiträge der Kundgebung steht auf unserer Download-Seite zum Herunterladen bereit.