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- Geschrieben von: Elke Heer
Auf Einladung der Gmünder Gruppe Maria 2.0 referierte Prof. Dr. Michael Theobald, emeritierter Tübinger Professor und renommierter Neutestamentler mit der Frage-stellung „Macht in der Kirche nur für Männer – was sagt das Neue Testament?“
Aus Sicht der Bibel, so seine klare theologische Schlussfolgerung, kann der Ausschluss von Frauen von Priestertum und Gemeindeleitung nicht begründet werden, auch wenn die römische Kirchenleitung das nach wie vor tut.
Die intensive Forschung an den Ursprungstexten der Bibel lasse den Schluss zu, dass das griechische Wort „Apostel“ gleichermaßen männlich und weiblich sein könne. Daher könne das Konstrukt „Apostel“ nicht als Argument für den Ausschluss von Frauen aus den kirchlichen Ämtern gelten. Auch die österlichen Erscheinungsgeschichten mit Maria Magdalena als der Frau, der sich der auferstandene Jesus zuerst zeigt, sprechen für eine gleichberechtigte Gemeinschaft der ersten Christen. Die späteren Pastoralbriefe der Apostel seien ein Mittel zur Domestizierung der Frauen gewesen, um das neuerstandene Christentum an die zeitgenössische patriarchale Kultur anschlussfähig zu machen. Die sogenannte „successio paulina“, also die kontinuierliche Weitergabe des apostolischen Sendungsauftrags von Apostel, zu Apostelschülern, zu „bewährten Männern“ und dann zu anderen Menschen könne in der letzten Konsequenz nicht als Legitimation gelten, die Weiheämter in der Kirche nur an Männer weiterzugeben.
Auch die Aufgaben der Gemeindeleitung, Evangeliumsverkündung und gottesdienstlichen Heilung seien in dem patriarchalen Anpassungsprozess zunehmend in der frühen Kirche mit dem Hinweis auf die angeblich „unreinen“ Frauen den männlichen Gemeindemitgliedern vorbehalten worden. Dies stehe unmittelbar im Widerspruch zu dem biblischen „Da ist nicht Jude noch Grieche, da ist nicht Sklave noch Freier, da ist nicht Mann und Frau denn ihr alle seid einer in Christus Jesus.“ Im Rückgriff auf die eucharistische Gastfreundschaft sprach Theobald von einer dringend nötigen Mentalitätsveränderung und dass auch das Bild des Priesters verändert werden müsse, denn es ginge doch darum, „dass wir gewandelt werden.“
Auf die synodalen Strukturen vor Ort und auch in größeren Zusammenhängen setzt der Theologe mit klarer Haltung eine große Hoffnung: es sei eine lange Entwicklung – und man müsse einfach lokal etwas verändern und handeln, nach dem Motto „Machen - nicht fragen!“. Es gab zum fachkundigen und spannenden Vortrag viele interessierte Nachfragen und Beiträge der zahlreichen Gäste. Die Gruppe Maria 2.0 war sich mit den Kooperationspartnerinnen Katholische Erwachsenenbildung im Ostalbkreis und der städtischen Stabsstelle für Chancengleichheit einig, dass an diesem Abend viele gute, nützliche und vor allem theologisch fundierte Argumente für mehr Geschlechtergerechtigkeit in der katholischen Kirche gesammelt werden konnten. Es auf ganzer Linie ein optimistischer und hoffungsvoller Abend für die Gruppe und die Kirche.

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Wie jedes Jahr wollen wir zu Beginn der Adventszeit zusammen einen Gottesdienst feiern und laden dazu am Freitag 04.12. um 18:30 Uhr herzlich in die Kirche St. Michael in der Weststadt ein.

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- Geschrieben von: Michael Hohler
Aktion zur Regionalkonferenz mit Bischof Klaus Krämer am 10. Juli 2026 im Münster in Schwäbisch Gmünd

Unstrittig ist beim aktuellen Stand und der voraussehbaren Entwicklung der pastoralen und finanziellen Ressourcen unserer Diözese, dass auch Strukturreformen notwendig sind.
Uns ist es wichtig darauf hinzuweisen, dass die Einrichtung von Großpfarreien, wie sie der Diözesanrat beraten und der Bischof beschlossen haben, in diesem Umfang nicht notwendig wären, wenn unsere Forderungen nach Öffnung aller Weiheämter für Frauen und Abschaffung des Pflichtzölibats (siehe Thesen vom Maria 2.0) umgesetzt würden. Auch in neuen Gemeindestrukturen brauchen wir Priesterinnen. Wir sehen in der geplanten Strukturreform auch den Versuch, die Ungleichberechtigung von Frauen aufrecht erhalten zu können, weil ja alle Pfarrstellen weiterhin mit Männern besetzt werden können.
Somit dient die beschlossene Strukturreform unserer Ansicht nach nicht zuletzt dem Erhalt klerikaler Macht, da die Größe der neuen Gemeinden so gewählt wurde, dass auch mittelfristig immer ein geweihter Mann als Pfarrer zur Verfügung steht, bei dem die Letztverantwortung liegt. Frauen (wie alle sogenannte Laien) bleiben auch in Zukunft, selbst wenn sie Leitungsämter innehaben, von priesterlichem "Segen" abhängig.
Dies haben wir demonstrierend den Teilnehmenden der Regionalkonferenz mit auf den Weg gegeben.

