PRESSEMITTEILUNG
Maria 2.0 Deutschland
06. August 2022
Bericht der Deutschen Bischofskonferenz zur Weltsynode 2023: Eine klare Positionierung der Bischöfe ist nun angesagt.


Maria 2.0 begrüßt die Veröffentlichung des Berichts der Deutschen Bischofskonferenz zur Weltbischofssynode 2023 „Für eine synodale Kirche –Gemeinschaft, Teilhabe und Mission“.
Eine einleitende Reflexion synodaler Erfahrungen in der Kirche in Deutschland (Teil 1 des Berichts) stellt die Zusammenfassung der deutschen Berichte aus den Erz- / Diözesen (Teil 2 des Berichts) in den synodalen deutschen Kontext. Bedauerlicherweise wurde dieser für uns Gläubige wichtige und auch seitens des Papstes eingeforderte Prozess in den letzten Monaten immer wieder durch Äußerungen aus dem Bereich des Vatikans negativ begleitet.


Die geringe Beteiligung katholischer Gläubigen „im untersten einstelligen Prozentbereich“ zeigt auf, wie weit sich die Institution Kirche von der Lebenswelt und dem persönlichen Glauben der Menschen vor Ort entfernt hat. Dass innerkirchlich mehrfach eine offene, angstfreie Rede bezweifelt, die Sprache der Kirche als antiquiert, lebensfern wahrgenommen wird und es am „Zuhören“ mangelt, sind schwerwiegende, im Bericht geäußerte Erfahrungswerte; ebenso die durch kirchliche Medien vorrangig geförderte Präsenz von Klerikern und ihrer Meinungen in der Öffentlichkeit, während Beiträge von Laien, gerade auch von Frauen, unterrepräsentativ veröffentlicht werden. Auch dies drückt systemische Machtstrukturen aus, die aus dem biblischen Glauben schwerlich herzuleiten sind.


Maria 2.0 unterstreicht die im Bericht aufgeführte und von ihr eingeforderte stärkere Partizipation, d.h. für uns: die gleichberechtigte und gleichwertige Teilhabe von Frauen in allen Bereichen, nicht nur im Ehrenamt und auf Arbeitsebene, sondern insbesondere im Diakonat und Priestertum. Wir fordern die konkret erwähnte Beteiligung von Frauen mit Stimmrecht an der Weltbischofssynode in Rom im Frühjahr 2023 und zwar repräsentativ. Neue Wege müssen gesucht und gefunden werden; dazu zählt unserer Meinung nach ein freiwilliges Zölibat. Die zeitliche Befristung der Ämter und Aufgaben, Kontrolle von Macht und Machtausübung, Aufklärung und Ahndung von Machtmissbrauch, eine Feedback-Kultur und Beschwerdewege, die stärkere Trennung von Management und Seelsorge in der Leitung von Pfarreien sind einige aufgezeigten Möglichkeiten, die Erneuerung der katholischen Kirche voranzubringen.


„Um das Vertrauen in die Kirche wiederherzustellen, braucht es eine klare Positionierung der Bischöfe zu den drängenden Anfragen dieser Zeit wie den gleichberechtigten Zugang aller Getauften zu den kirchlichen Ämtern, eine Neubewertung in der Sexualmoral und einen diskriminierungsfreien Umgang mit homosexuellen und queeren Menschen. Eine klare Positionierung bedeutet auch, eine Sprache zu sprechen, die die Menschen verstehen können und die sich nicht hinter Verklausulierungen versteckt. In Bezug auf die Missbrauchsskandale braucht es die klare Übernahme von Verantwortung, Kontrolle von Macht sowie den Versuch der Wiedergutmachung gegenüber den Opfern sexuellen wie geistlichen Missbrauchs. Eine synodale Kirche kann nur gelingen, wenn die Übernahme von Verantwortung durch alle Gläubigen und deren Beteiligung an Entscheidungen auf Pfarrei- und Bistumsebene möglich ist.“ (Zitat: S. 13 der Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz vom 05.08.2022).


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